Manova Magazin
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Dass Erwerbsarbeit in Deutschland heute nicht mehr zuverlässig vor Armut schützt, ist kein Naturereignis. Es ist das Ergebnis einer langen politischen und ökonomischen Entwicklung, die oft als Modernisierung verkauft wurde, tatsächlich aber zu einer schleichenden Entwertung von Arbeit geführt hat. Was international als „Working Poor“ bezeichnet wird — Menschen, die trotz Arbeit arm bleiben —, taucht in der deutschen Debatte oft nur verklausuliert auf. Wer Working Poor allein über individuelle Lebenslagen erklärt, verkennt die Ursachen.
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2 hours ago

Im „Mainstream“ ist es vielfach geradezu Pflicht, die chinesische Führung zu kritisieren und die Betrachtung dieses facettenreichen Landes ausschließlich am Thema Menschenrechte aufzuhängen. Andererseits kann man in der sogenannten alternativen Presse die exakt gegenteilige Tendenz feststellen: Viele scheinen geradezu angestrengt über China nur Gutes sagen zu wollen. Gern wird dabei eine Adlerperspektive eingenommen, werden nach oben zeigende Wirtschaftsdaten präsentiert, wird geradezu hämisch konstatiert, wie weit Deutschland hinterherhinkt. Um einem Land gerecht zu werden, braucht es aber auch den Zoom auf die Details. Es reicht nicht, nur Xi Jinpings globalpolitischen Muskelaufbau zu bewundern, man sollte auch zu den Verlierern und Opfern auf der Schattenseite des Systems schauen, den „Erniedrigten und Beleidigten“, um es mit einer Formulierung Dostojewskis zu sagen. Zu den Bevölkerungsgruppen Chinas, die immer wieder im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen oder gar kultureller Auslöschung genannt werden, gehören die Uiguren, eine überwiegend muslimische Minderheit in der nordwestlichen Provinz Xinjiang. Bei der Bewertung des Umgangs der chinesischen Regierung mit den Uiguren gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Neuere Veröffentlichungen wie die des Dichters und Exiluiguren Tahir Hamut Izgil oder der Überlebenden eines Umerziehungslagers, Mihrigul Tursin, bieten aus persönlicher Perspektive einen Einblick in die Verhältnisse in einem autoritär regierten Landesteil. Man kann solche Berichte als „westliche Propaganda“ abtun, der nur anekdotische Bedeutung zukomme. Das Zusammenfügen mehrerer solcher Zeugnisse vermittelt jedoch ein Gesamtbild, das für die chinesischen Machthaber desaströs ausfällt.
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3 hours ago

Dieser Jahresbeginn hatte es in sich: Kaum einen halben Monat ist das Jahr alt, schon ereigneten sich Manöver, die man bis neulich so noch nicht auf dem Plan hatte. Die Vereinigten Staaten fegten jenen Vorhof, den sie sich vor 200 Jahren bereits als Domäne festschreiben ließen; das war James Monroes Verdienst. Der fünfte Präsident der damals noch jungen Republik wartete mit einer Doktrin auf, die fortan seinen Namen trug und sich den amerikanischen Kontinent als Einflussgebiet der ehemaligen britischen Kolonie sicherstellte. Widerrede gab es damals kaum; Mittel- und Südamerika waren für die Europäer im wahrsten Sinne eine andere Welt, weit weg und schwer erreichbar. Dieser Doktrin folgend ging es jetzt dem nicht anerkannten Präsidenten Venezuelas an den Kragen — Halleluja! Warum dieser biblische Ausruf? Dazu kommt der Autor gleich.
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4 hours ago

In Kontexten, die von Gewalt und Missbrauch geprägt sind, kommt dem Schweigen eine ganz besondere Bedeutung zu. Es ist der Kitt, der die Struktur zusammenhält und verhindert, dass ausgesprochen und anerkannt wird, was tatsächlich passiert. Nicht das Unrecht oder der Täter werden problematisiert, sondern derjenige, der die Wahrheit benennt, denn er bedroht das System. Führt man sich diese Dynamik vor Augen, wird einem plötzlich klar, wie ähnlich unsere Gesellschaft einer solchen Familie ist. Wir streiten uns um die Wahrheit und denken, dass das beste Argument die Gegenseite schon überzeugen wird. Doch Wahrheit kann bedrohlich sein, wenn unser Überleben einmal davon abhing, sie zu verschweigen. Ein inneres Orientierungssystem mit den Koordinaten Wahrheit, Mut und Liebe kann helfen, die eigene Würde individuell und gesellschaftlich wieder erfahrbar zu machen.
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5 hours ago

Das Leben der Kubaner übertrifft jede Dystopie, die in einem kalten Büro von Drehbuchautoren entworfen werden könnte. So sieht es die junge Autorin dieses Textes, die in Kuba lebt und am eigenen Leib das Chikungunya-Fieber erlebte. Es fiel ihr schwer, diesen Text zu schreiben. Nicht aus Angst vor dem leeren Blatt Papier, sondern aufgrund der Nachwirkungen der Krankheit. Ihre Knie sind buchstäblich steif, und jede Handbewegung verursacht starke Schmerzen. Sie hat, wie fast alle ihre Bekannten, „das Virus“ gehabt, das einen Namen trägt, der schwer auszusprechen ist und die Kubaner seit Juli heimsucht.
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6 hours ago

„Es wird keine Rückkunft zur Normalität mehr geben.“ Diese Worte klingen noch nach. Während der Coronakrise wurde dies prophezeit. Auf ein „neues Normal” schwor man die Bürger ein. Die Propheten hatten recht. So kam es. Das ist weithin zu sehen. Mit am krassesten erleben Familien, wie sich diese neue Normalität anfühlt und vor allem die Kinder. Durch das, was die Coronapolitik an ihnen verbrochen hat, geht es vielen bis heute schlecht. Social Media verschärft die Lage. Gleichzeitig gibt es immer weniger Hilfe.
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1 day ago

Nach nun fast vier Jahren russisch-ukrainischen Krieges ist bestimmt so mancher geschichtsvergessene Zeitgenosse davon ausgegangen, ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg sei etwas, wogegen sich die EU und ihre Vertreter grundsätzlich vehement stellen. Die US-amerikanische Bombardierung Venezuelas und die Entführung von Nicolás Maduro machen deutlich, wie selektiv diese moralische Erhabenheit an den Tag gelegt wird. Wenn in deutschen Leitmedien zu lesen ist, die Situation sei äußerst komplex, ist das im Grunde nichts anderes als eine zurückhaltende Solidaritätsbekundung dem amerikanischen Präsidenten gegenüber, der hier ohne Skrupel seine kolonialen Ansprüche durchsetzt.
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1 day ago

Verfolgt man die öffentliche Berichterstattung und Diskussion über die Intervention der USA in Venezuela, könnte man meinen, hier gehe es um amerikanische Innenpolitik. Ob das Vorgehen Donald Trumps gerechtfertigt ist oder nicht, wird zwar diskutiert, aber es wirkt wie das Natürlichste der Welt, dass alles, was auf lateinamerikanischem Boden passiert, eben auch Sache der USA ist. Was dabei zu kurz kommt, ist der Blick auf die Menschen vor Ort, die für ihre angebliche Befreiung einen hohen Preis zahlen. Genau diese Variable jedoch könnte es sein, die die USA unterschätzt haben, denn das venezolanische Volk ist keine Verfügungsmasse, die alles mitträgt, was man ihr von außen vorgibt. Sie kennen die Rhetorik der amerikanischen Intervention und wissen, welche Folgen diese in der arabischen Welt hatte. Die Autorin dieses Artikels ist venezolanische US-Amerikanerin, beschreibt ihren Blick auf die Lage und macht klar, dass man Maduro und der US-Intervention gleichermaßen kritisch gegenüberstehen kann.
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1 day ago

Keine Sorge, der Autor dieses Artikels wird sehr wahrscheinlich nie Bundeskanzler sein. Da hätte er wohl 20 Jahre früher anfangen müssen, denn er hält es für verantwortungslos, wenn Menschen im Rentenalter in Positionen mit einem ganz besonderen Maß an Verantwortung gebracht werden, und diese das Amt dann auch noch annehmen. Die US-Präsidentschaft von Joe Biden kann in dem Zusammenhang durchaus als Desaster bezeichnet werden und weitere Beispiele ließen sich problemlos aufzählen. Doch auch wer nicht in politischer Verantwortung steht, darf sich Gedanken machen, welche Maßnahmen das Land nach vorn oder zumindest wieder auf einen grünen Zweig bringen würden.
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1 day ago

Sich Tag und Nacht mit den politischen Zuständen in Deutschland und der Welt zu beschäftigen, ist sicher kein Rezept dafür, besonders glücklich zu werden, besonders nicht aktuell. Doch wie so oft ist das Leben komplex und vor allem widersprüchlich. Manchmal erwächst inmitten einer aussichtslosen Weltlage doch etwas Schönes im Kleinen. Der Autor verließ im vergangenen Jahr Deutschland und fand zwischen der Verzweiflung, die die Arbeit als politischer Journalist für ihn oft mit sich bringt und den Schwierigkeiten des Neubeginns doch irgendwie das, wonach alle suchen.
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1 day ago

Im „Mainstream“ ist es vielfach geradezu Pflicht, die chinesische Führung zu kritisieren und die Betrachtung dieses facettenreichen Landes ausschließlich am Thema „Menschenrechte“ aufzuhängen. Andererseits kann man in der sogenannten alternativen Presse die exakt gegenteilige Tendenz feststellen: Viele scheinen geradezu angestrengt über China nur Gutes sagen zu wollen. Gern wird dabei eine Adlerperspektive eingenommen, werden nach oben zeigende Wirtschaftsdaten dokumentiert, wird geradezu hämisch konstatiert, wie weit Deutschland hinterherhinkt. Um einem Land gerecht zu werden, braucht es aber auch den Zoom auf die Details. Es reicht nicht, nur Xi Jinpings globalpolitischen Muskelaufbau zu bewundern, man sollte auch zu den Verlierern und Opfern auf der Schattenseite des Systems schauen, den „Erniedrigten und Beleidigten“, um es mit einer Formulierung Dostojewskis zu sagen. Zu den Bevölkerungsgruppen Chinas, die immer wieder im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen oder gar kultureller Auslöschung genannt werden, gehören die Uiguren, eine überwiegend muslimische Minderheit in der nordwestlichen Provinz Xinjiang. Bei der Bewertung des Umgangs der chinesischen Regierung mit den Uiguren gehen die Meinung sehr weit auseinander. Neuere Veröffentlichungen wie die des Dichters und Exil-Uiguren Tahir Hamut Izgil oder der Überlebenden eines Umerziehungslagers, Mihrigul Tursin, bieten aus persönlicher Perspektive einen Einblick in die Verhältnisse in einem autoritär regierten Landesteil. Man kann solche Berichte als „westliche Propaganda“ abtun und zu Bedenken geben, dass ihnen nur anekdotische Bedeutung zukomme. Das Zusammenfügen mehrerer solcher Zeugnisse vermittelt jedoch ein Gesamtbild, das für die chinesischen Machthaber desaströs ausfällt.
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4 days ago

Es war kein Krieg, kein Unwetter und keine angekündigte Krise. Und doch stand ein großer Teil Berlins plötzlich ohne Strom da. Ampeln fielen aus, U-Bahnen blieben stehen, Supermärkte schlossen, Kommunikation wurde brüchig. Für viele Menschen kam der Ausfall überraschend, nicht nur, weil er unerwartet war, sondern weil er sich in einer Stadt ereignete, die sich selbst gern als hochentwickelte Metropole eines reichen Industrielandes versteht.
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4 days ago

Was die USA in Venezuela deutlich machen, ist nicht einfach ein Streit über eine Regierung, eine Wahl oder ein Staatsoberhaupt. Es handelt sich um eine Warnung an die Welt, dass das Völkerrecht, das ohnehin bereits fragil war und selektiv durchgesetzt wurde, nun offen beiseite geschoben wird. Und diese Warnung kommt von einem Mann, der sich selbst als globalen Friedensstifter, potenziellen Nobelpreisträger und selbst ernannten Dealmaker bezeichnet sowie behauptet, beinahe 20 Kriege „beendet“ zu haben, die größtenteils nur in seiner eigenen Vorstellung existieren. Dieser Widerspruch ist kein Zufall. Er ist der springende Punkt.
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4 days ago

„Zensur findet nicht statt“, heißt es markig im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. In Wahrheit findet Zensur in einem erschreckenden Ausmaß statt. Liber-net macht in seinem Dossier über 300 Ministerien, Behörden, Plattformen, Geheimdienste, Universitäten, NGOs, Thinktanks, private Stiftungen, Medien, Faktenchecker und so weiter namhaft, die in einem riesigen Netzwerk verbunden sind und sich die Zensur des Internets zur Aufgabe gemacht haben. Über 100 Millionen Euro sollen in den letzten Jahren allein in Deutschland in den Aufbau dieser gigantischen Sprachpolizei geflossen sein. Damit hat sich Deutschland in der Welt den Ruf einer Zensurhochburg erworben. Hannes Hofbauer hat 2022 ein beachtliches Buch über Zensur veröffentlicht: „Publikationsverbote im Spiegel der Geschichte. Vom kirchlichen Index zur YouTube-Löschung“. (1) Doch auch er staunt über die gewaltigen Fortschritte der Zensurmaschine und ihrer Sanktionsmöglichkeiten, die es mittlerweile geschafft haben, den Pluralismus in Deutschland auf das Format einer Besenkammer zu reduzieren. In diesem Manova-Gespräch diskutieren Walter van Rossum und Hannes Hofbauer über das Dossier „Das Zensurnetzwerk: Regulierung und Repression im heutigen Deutschland.“ (2) Herausgegeben wird es von der amerikanischen Gruppe Liber-net, die für die Freiheit des Netzes und die digitalen Rechte kämpft.
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4 days ago

Wer im Supermarkt des medialen Spektakels nach Antworten auf konkrete Fragen sucht, steht vor überfüllten Regalen. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Das planetare Geschehen wirkt aus dieser Perspektive undurchdringlich. Wo könnte in diesem Wirrwarr der rote Faden aufgenommen werden, um über einen Verhaltenskodex als Voraussetzung für eine Neuorientierung der Gesellschaft zu diskutieren, welcher auf die Reste von Moral, Sitte und Selbstzucht zurückgreift und einen positiven sozialen Impuls setzt? Vielleicht ist der Anfang dort zu finden, wo ein allmächtiges Ordnungssystem in aller Stille den Untergang eines ganzen Volkes als Naturschauspiel aufführt: am Rand des Dschungels.
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4 days ago

Mehr, länger, flexibler. Bei Kitas beziehen sich die politischen Forderungen eigentlich immer auf Quantität. Wie es um die Qualität bestellt ist, davon will kaum jemand etwas wissen. Manchmal erreichen einen Berichte von frustrierten Grundschullehrerinnen über reihenweise Kinder mit unglaublichen Defiziten. Aber woher diese eigentlich kommen, darüber wird sorgfältig geschwiegen. Dabei geht die Qualität der verschiedenen Kitas weit auseinander. Tagesstätten mit soliden Verhältnissen stehen solche gegenüber, die geeignet sind, frühtraumatisierte Kinder hervorzubringen oder mitgebrachte Probleme zumindest in keiner Weise zu beseitigen.
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4 days ago

Der Literatursalon eröffnet 2026 mit einem abgründigen Text über das menschliche Wesen in heutiger Zeit. Aus dem Lebensgefühl heraus, in nächster Zeit zu zerfallen — und die Bedingungen um uns herum sind ja nicht die blühendsten —, entsteht ein andersartiger, fremder Tanz, der sich da einstellt, wo die sicheren Urteile enden und die Dinge ins Wanken geraten. Das Ende bleibt offen, eine warme Zukunft möglich ...
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4 days ago

Donald Trump ist eine Figur der Extreme. Für die einen war er der erste US-Präsident seit Jahrzehnten, der keinen klassischen Krieg begann. Für die anderen war er der Inbegriff rücksichtsloser Machtpolitik, nur eben ohne diplomatische Höflichkeitsformeln. Zwischen diesen beiden Polen entstand ein Mythos, der bis heute nachwirkt: Trump als Friedensengel — als Gegenmodell zu Interventionismus, Nation Building und moralischer Weltpolizei. Doch dieser Mythos hält nur so lange, wie man Frieden ausschließlich als Abwesenheit von Bomben definiert. Denn während unter Trump keine US-Panzer durch fremde Hauptstädte rollten, verschärfte sich eine andere Form der Kriegsführung erheblich: wirtschaftlicher Druck, finanzielle Blockaden, Sanktionen als politisches Skalpell. Besonders deutlich wurde dies am Beispiel Venezuela — einem Land, das reich an Ressourcen ist, aber arm an Stabilität. Ein Staat, der politisch polarisiert, wirtschaftlich ausgezehrt und geopolitisch hochgradig relevant ist. Offiziell ging es bei der US-Politik gegenüber Venezuela um Demokratie, Menschenrechte und die Delegitimierung einer autoritären Regierung. Inoffiziell — und hier beginnt die unbequeme Analyse — entstand zeitgleich ein Szenario, das auch aus Sicht internationaler Kapitalmärkte bemerkenswert war: ein hoch verschuldetes Land, zahlungsunfähig, isoliert, mit gigantischen Rohstoffreserven — und der Aussicht auf politische Neuordnung.
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5 days ago

„Gute Freunde kann niemand trennen“ hieß ein Schlager, den Franz Beckenbauer populär gemacht hat. So schreiten Deutschland und Israel auch weiterhin Seit' an Seit', wenn es um die Rechtfertigung des Genozids in Gaza geht. Das historische Verantwortungsbewusstsein Deutschlands gegenüber den Juden gilt als umso größer, je eifriger die Verbrechen der israelischen Regierung beschönigt oder mit Waffen unterstützt werden. So hat sich eine überaus fruchtbare Symbiose zwischen israelischen Einflussorganisationen und ihren deutschen Unterstützergruppen gebildet. Beide Seiten besuchen und loben einander freigiebig, verleihen einander Preise für „Kampf gegen den Antisemitismus“ und versuchen gemeinsam die Brandmauer gegen berechtigte Israel-Kritik auf Biegen und Brechen aufrecht zu erhalten. Da nun aber selbst der deutsche Medien-Mainstream irgendwann merkt, dass es nicht richtig sein kann, Zehntausende Gaza-Bewohner — darunter sehr viele Kinder — zu töten, zu verstümmeln oder in den Hungertod zu treiben, meldeten Journalistinnen wie Sophie von der Tann von der ARD vereinzelt Bedenken an. Gegen derartige Abweichler wird vonseiten der deutsch unterstützten Israel-Lobby dann gleich zur Hexenjagd geblasen. Sie müssen um Posten und öffentliches Ansehen fürchten — ausgegrenzt für das Verbrechen, angesichts der verheerenden humanitären Lage im Gazastreifen Mitgefühl empfunden zu haben. Nach dem Motto „Bestrafe einen, schüchtere Hunderte ein“ soll das Meinungsmonopol der Massaker-Versteher im öffentlichen Raum mit Zähnen und Klauen verteidigt werden.
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5 days ago

Seit Oktober wird eine Vogelgrippe-Epidemie inszeniert, die keinen Bezug zur Wirklichkeit hat. Auslöser sollen Kraniche sein, die sich zur Rast in einigen Gebieten Deutschlands niedergelassen haben. Die Kraniche sind inzwischen weitergezogen, doch noch immer gibt es Vogelgrippeausbrüche in Geflügelbetrieben. Dazu gesellen sich andere Krankheiten in ganz Europa, deren angebliche Verbreitung zu dieser Jahreszeit nicht glaubwürdig ist. Alles deutet darauf hin, dass den Landwirten die Arbeit wieder massiv erschwert wird, während sich die Pharmaindustrie freut. Aber auch das MERCOSUR-Abkommen spielt eine Rolle.
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5 days ago

Dass Bergbauaktivitäten gravierende Schäden an Umwelt und Gesundheit zur Folge haben, ist längst bekannt. Trotzdem bestreiten Unternehmen wie der Schweizer Konzern Glencore seit Jahren ihre Verantwortung. Nun wurde dessen Tochterfirma Antapaccay in Peru mit einer hohen Buße belegt.
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5 days ago

Die Geschehnisse, mit denen wir heute konfrontiert werden, sind kaum noch dadurch zu verstehen, dass ein paar Egomanen ihrer Gier nach Macht und Geld freien Lauf lassen. Die Ereignisse haben System. Doch sind es tatsächlich die Personen, deren Namen wir kennen, die hinter der globalen Zerstörung stehen, oder sind da ganz andere Kräfte am Werk? Was verbirgt sich hinter denjenigen, die glauben, die Fäden in der Hand zu halten? Geht es tatsächlich nur um Macht und Geld? Ein weiter Blick bietet Erklärungen und macht Lösungen möglich.
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5 days ago

Internationales Recht ist das Recht der stärksten Nation, seine eigenen Rechtsgrundsätze allen anderen Ländern aufzuzwingen. Das steht zwar so nicht in der UN-Charta, beschreibt aber faktisch den Zustand der Welt seit Donald Trumps „Coup”. Wie hatte sich die westliche Welt ereifert, als Ayatollah Khomeini eine „Fatwa“, einen Tötungsbefehl, gegen Salman Rushdie aussprach und damit iranische Moralvorstellungen weltweit durchzusetzen versuchte! Nun ließ ein US-Präsident ein ausländisches Staatsoberhaupt kidnappen und vor Gericht stellen, wo es nach US-Recht abgeurteilt werden soll. Wenn dies geschehen kann — und es sieht danach aus, als ob Trump damit durchkäme —, ist niemand auf der Welt mehr sicher — nirgendwo. Und genau dieser Effekt könnte beabsichtigt sein. Das internationale Faustrecht liegt im Trend — schon die Tötung von Osama bin Laden ohne Prozess und die Beschlagnahmung russischer Vermögen in jüngster Zeit waren Willkürakte. Und doch ergibt es keinen Sinn, diese Handlungsweise der USA als Tat eines verirrten Einzeltäters zu deuten. Donald Trump spiegelt der Welt den Grad an Verkommenheit wider, den sie mittlerweile erreicht hat.
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6 days ago

In Deutschland gibt es seit Jahren ein Wohnungsproblem. Der Wohnraum ist knapp, die Mieten steigen kontinuierlich an, Aussicht auf Besserung ist nicht in Sicht. Schuld an der Misere sind aber nicht etwa Politiker, die untätig waren oder sich Großkonzernen angedient haben, sondern Rentner, die in zu großen Wohnungen leben. Die Spaltung der Gesellschaft geht mit diesem neuen Narrativ in die nächste Runde.
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6 days ago

Die Grenzen aller Staaten sollten respektiert werden. Wer gegen diesen Grundsatz verstößt, kann sich der moralischen Entrüstung der meisten ausländischen Staaten sicher sein. Aber wann hat die Aufteilung der Erdoberfläche in Länder ihr legitimes und endgültiges Stadium erreicht? Wann hätte man den Status quo quasi einfrieren und den Zeitpunkt ausrufen sollen, ab dem es auf keinen Fall mehr Veränderungen der bestehenden Grenzen geben sollte? Etwa 1938? Oder 1946? 1990 mit der Wiedervereinigung Deutschlands? Oder 2022, vor dem Krieg Russlands mit der Ukraine? Wir sehen an diesen Beispielen schon, dass der Wunsch nach einem Ende aller Grenzverschiebungen illusorisch ist, schon weil die Meinungen darüber, welches die völkerrechtlich korrekten Grenzen sind, sehr oft auseinandergehen. Ist ein Land schwach, neigt es dazu, moralische Argumente anzuführen — eher aus Wehrlosigkeit denn aufgrund von Güte. Starke Nationen basteln sich dann ohnehin Narrative, mit deren Hilfe sie gewaltsame Grenzverschiebungen zu rechtfertigen versuchen. Die Frage, die sich heute mit Blick auf eine mögliche Annexion von früher ukrainischem Gebiet an Russland stellt, ist vor allem: Lohnt das „Rechthaben“ ein weiteres, womöglich jahrelanges Blutvergießen?
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6 days ago

Eine im Oktober in veröffentlichte ergab, dass Sanktionen, die in den 50 Jahren zwischen 1971 und 2021 von den USA und ihren westlichen Verbündeten verhängt wurden, jährlich mehr als 550.000 Todesfälle verursachten — was in etwa der Gesamtzahl militärischer und ziviler Todesfälle durch Kriege pro Jahr im selben Zeitraum entspricht. Kinder und Alte waren am stärksten betroffen, wobei Kinder unter fünf Jahren 51 Prozent der Todesfälle ausmachten. The Lancet Studie
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6 days ago

Vor dem Hintergrund der Entwicklung der sogenannten künstlichen Intelligenz (KI) sehen die einen einer blühenden Zukunft für die Menschheit entgegen; die anderen warnen vor erwachenden Maschinen, die die Menschheit unterwerfen oder gar auslöschen könnten. Doch bei diesen beiden scheinbar konträren Positionen, die den Diskurs in der alternativen wie auch der konventionellen Medienlandschaft dominieren, handelt es sich in Wirklichkeit um zwei Seiten ein und derselben Medaille. Denn beiden Ansichten liegt die unhinterfragte Annahme zugrunde, dass es (a) eine Technologie namens „künstliche Intelligenz“ gebe, welche (b) ermögliche, Maschinen zum Leben zu erwecken. Hinter dem Begriff verbirgt sich jedoch eine althergebrachte Marketingstrategie aus dem Umfeld des militärisch-industriellen Komplexes, welche hinter dem Schleier vermeintlicher Wissenschaftlichkeit den Anschein zu erwecken sucht, dass es menschliche Maschinen geben könnte. Derartige Vorstellungen gehen jedoch an der Wirklichkeit vorbei. Maschinen werden weder jetzt noch in irgendeiner nahen oder fernen Zukunft zum Leben erwachen. Dies folgt aus einfachen, grundlegenden und für jeden überprüfbaren Zusammenhängen. Daran vermag auch gediegenes philosophisches Gesäusel über die Möglichkeit einer „Emergenz“ von Bewusstsein in „neurogenen“ digitalen Rechenautomaten nichts zu verrücken.
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6 days ago

Heutzutage fühlt sich ein Blick in die Geschichte fast schon progressiv an. Erinnert man sich an Zeiten, in denen Macht im Zuge demokratischer Entwicklung immer stärker begrenzt oder Regierende aufgrund von Skandalen zurücktreten mussten, ereilt einen der Eindruck, dass wir nicht in der besten aller Welten leben. Der alte Feudalismus ist Geschichte, und doch finden wir einige seiner Elemente, wenn auch in veränderter Form, in der Gegenwart wieder. Anonyme Machtstrukturen, soziale Verarmung und der Abbau öffentlicher Güter führen zu einer Ohnmacht, die im Alltag deutlich spürbar ist. Die Disruption dringt ins Privatleben vor und ist dennoch wie schon immer Ausdruck der Beziehung zwischen Herrschenden und Beherrschten.
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1 week ago

Man begegnet ihnen überall: vor Supermärkten, an Bahnhöfen, in Parks, auf dem Weg zur Arbeit, manchmal direkt neben dem Café, in dem andere ihren Latte trinken. Menschen, die sich bücken, Beutel öffnen, Flaschen sortieren. Manche hastig, andere mit einer Routine, die verrät, dass sie das seit Jahren tun. Oft wortlos, oft mit gesenktem Blick. Flaschensammler sind längst Teil des Stadtbildes geworden, und genau das ist das Beunruhigende. Was früher auffiel, wird heute übersehen. Nicht, weil es seltener vorkäme, sondern weil es normal geworden ist.
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1 week ago

Die Kirche steckt in der Krise, und das weiß sie auch. Allein im Jahr 2024 hatten die beiden großen Kirchen in Deutschland einen Mitgliederschwund von über einer Million zu verzeichnen. Problem ist dabei nicht nur die Häufigkeit von Missbrauchsskandalen und das Image der verstaubten Überholtheit, das besonders der katholischen Kirche anhaftet, sondern auch ihre Zerrissenheit in politischen Fragen. Während so manche kritische Stimme fordert, man solle sich auf das besinnen, was einen seit Jahrhunderten ausmache, sind besonders die deutschen katholischen Bischöfe dabei, einen Liberalisierungskurs voranzutreiben, den man bereits von ihren evangelischen Kollegen kennt und der hervorragend mit dem woken Zeitgeist kompatibel ist. Eingebettet ist das Ganze in die Reformbestrebungen des „synodalen Weges“, bei dem durch gemeinsames Zuhören und Beraten versucht werden soll, die Kirche an heutige Herausforderungen anzupassen, ohne den Heiligen Geist zu verlieren. Hauptsächlich geht es um Machtverteilung, Sexualmoral, Frauen in Priesterämtern und das Zölibat, aber auch durchaus skurrile Entwicklungen sind von Zeit zu Zeit zu beobachten.
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1 week ago

In dieser Ausgabe von The Great WeSet trabt die Manova-Wehrsportgruppe, bestehend aus dem Journalisten Dirk Pohlmann, Oberstleutnant a. D. Jürgen Rose und dem Publizisten Werner Rügemer, mal wieder durch den irdischen Kugelhagel und beschießt die Kriegstüchtigen mit Friedenspfeilen. Der Lauf beginnt mit einer aktuellen Schnurre. Da soll die Residenz von Wladimir Putin von einem Drohnengeschwader angegriffen worden sein. Nur eines wissen unsere Leitmedien sofort: Das kann gar nicht stimmen. Das sei eine Finte von Putin, um den Krieg zu verschärfen und den Frieden zu verhindern.
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1 week ago

Es ist ein Foto, das um die Welt ging: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wird als Geisel gezeigt — gekleidet in einen grauen Nike-Tech-Jogginganzug, mit roten Lärmschutzkopfhörern und schwarzer Gesichtsmaske. Seit Jahren köchelt der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela vor sich hin — doch seit letztem September hat sich die Lage spürbar zugespitzt. Nun ist sie eskaliert, und Maduro muss sich in den USA vor Gericht verantworten gegen Vorwürfe, die allem Anschein nach jeglicher Grundlage entbehren.
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1 week ago

„Männlich“ oder „weiblich“ frei wählen zu können, wird zunehmend als Menschenrecht wahrgenommen — auch für Kinder. Sie dürfen von klein auf ihren Geschlechtseintrag ändern, ab Einsetzen der Pubertät darf hormonell in ihren Körper eingegriffen werden. Aber eine Studie nach der anderen bestätigt: Kinder mit Hormonen zu behandeln, damit sie „ihr Geschlecht ändern können“, schadet diesen nachhaltig. Das amerikanische Gesundheitsministerium spart in seiner Erklärung zur weltweit größten evidenzbasierten und peer-reviewten Studie nicht mit Worten. Nach ihrer Aussage sind Pubertätsblocker, Gegenhormone oder gar Operationen keine Medizin: Es ist ärztliches Fehlverhalten. Ob das auch in Deutschland ankommt, einem der letzten Länder, in denen die Sterilisation von Kindern über Pubertätsblocker und Gegenhormone noch immer erlaubt ist?
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1 week ago

Was hat es eigentlich genau mit „unserer Lebensweise“ auf sich, die es, wie Politiker und Qualitätsmedien uns einhämmern, gegen Russland, selbst um den Preis der Totalzerstörung, unbedingt zu verteidigen gilt? Unser Wirtschaftssystem dürfte es nicht sein, denn anders als im Kalten Krieg steht wohl kaum mehr zu befürchten, dass nach einer russischen Invasion die Planwirtschaft eingeführt wird. Die meisten würden wohl mit dem Ausspruch „unsere Freiheit“ antworten, wobei auch hier viele Unklarheiten versteckt liegen. Der Autor dieses Textes wagt einen satirischen Versuch, dieses Szenario auszumalen, in dem Deutschland unter russischer Besatzung steht.
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1 week ago

Die gute Nachricht vorab: Wenn Sie diesen Artikel lesen, haben Sie das Jahr 2025 überlebt. Das ist nicht wenig, denn die Aussichten standen schlecht — es hätte auch anders kommen können. Und vielleicht kommt es auch noch anders. Dann wird in den Geschichtsbüchern allerdings das Jahr 2026 als große Zäsur stehen — oder 2027? Dieses Jahr war also besser zu uns, als wir es uns vorgestellt haben oder uns lieber nicht vorstellen wollten. 2025 war ein Spannungsfall, auch wenn der dann doch nicht ausgerufen wurde. Gefordert hatten ihn schon einige. Das war ziemlich surreal. Wie überhaupt einiges in diesem Jahr ausgesprochen surreal war.
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2 weeks ago

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Passend dazu erhielt die Manova-Redaktion von ihren Lesern überwältigende Rückmeldungen, die vor allem eines vermittelten: Dankbarkeit und Liebe für unsere Arbeit. Natürlich ist es logisch, dass unsere Leser unser Magazin schätzen, sonst würden sie es nicht lesen. Gleichzeitig hatten wir mit mehr Kritik gerechnet, da wir sowohl weniger Leserzahlen als auch Spenden beobachtet hatten. Wir wollten verstehen, was wir besser machen können, um unsere finanzielle Situation langfristig abzusichern, und es stellte sich heraus: Wir haben — bis auf unsere monetäre Situation — genau das erreicht, was uns wichtig ist: als ausgewogene Stimme der Vielfalt wahrgenommen zu werden, in der sowohl verschiedene Positionen zu einem Thema als auch ein breites Spektrum an Themen von Politik bis Spiritualität abgedeckt werden und viele unserer Leser Beiträge bei uns finden und gerne lesen, die ihr Weltbild herausfordern — was im Zeitalter sich selbst bestätigender Meinungsblasen nicht selbstverständlich ist. Auch das heikle Geldthema war Teil der Umfrage und brachte uns mehr Klarheit. Wir verabschieden uns mit der Auswertung der Umfrage und tiefer Dankbarkeit in eine zweiwöchige Feiertagspause — mit einer kleinen Silvesterausgabe mittendrin — und freuen uns, im neuen Jahr ab dem 7. Januar 2026 dank Ihrer Unterstützung, beständig weiter aufzuklären, zum Nachdenken anzuregen und Mut zu machen.
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2 weeks ago

Zu vieles ist längst entschieden, zu vieles bereits angelegt. 2026 wird kein Jahr der Überraschungen. Es wird ein Jahr, in dem sich politische Weichenstellungen der vergangenen Jahre mit zeitlicher Verzögerung im Alltag bemerkbar machen. Nicht abrupt, nicht spektakulär, sondern schleichend, und genau darin liegt die eigentliche Gefahr. Wenn man den Blick von den täglichen Schlagzeilen löst und sich auf die strukturellen Linien konzentriert, ergibt sich ein vergleichsweise klares Bild. Der soziale Zustand des Landes wird sich 2026 nicht deshalb verschlechtern, weil ein einzelnes drastisches Gesetz in Kraft tritt, sondern weil mehrere Entwicklungen gleichzeitig wirksam werden. Jede für sich wäre möglicherweise verkraftbar. In ihrer Überlagerung jedoch erzeugen sie eine Belastung, die vor allem jene trifft, die ohnehin wenig Spielraum haben.
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2 weeks ago

Die Geburt ist politisch. Anders als es landläufig angenommen wird, ist die Geburt keineswegs eine private Angelegenheit. Die politische Komponente tarnt sich so gut, dass sie gar nicht mehr als politisch wahrgenommen wird. Dabei beginnt die Machtergreifung über den Menschen bereits bei der Geburt, wenn nicht sogar schon bei der Zeugung. Die Geburt ist der alles entscheidende Moment, in welchem der Zeitrahmen weniger Minuten darüber entscheidet, ob der Mensch gebrochen und traumatisiert zur Welt kommt oder in Liebe und Geborgenheit. Erstere Variante prädestiniert den Menschen zu seinem Dasein als entwurzeltem Untertan, der zeit seines Daseins nach einem Ersatz für seine erlebten Mängel lechzt und damit für die Angebote der Mächtigen leicht empfänglich ist. Der Experte für natürliche Geburt Frank-Robert Belewsky und der Philosoph Bertrand Stern legen in dem Re-Upload des Mutmach-Gesprächs vom 3. März 2023 die strukturelle Unterjochung der Geburt und der Mutterschaft schonungslos offen und zeigen konkrete Auswege aus der systematischen Traumatisierung der Geburt.
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2 weeks ago

Das neue Jahr ist da. Nicht von allen wurde es freudig erwartet. Viele blicken mit Sorge in Richtung 2026 und das nicht zu Unrecht, denn so manche Prognose ist düster. Doch wo viel Dunkelheit ist, da gibt es auch viel Licht. Das ist so in einer dualen Welt. Es gibt nichts ohne sein Gegenteil. Licht und Dunkel, Krieg und Frieden, Frauen und Männer. Gerade die letzten beiden könnten den Anfang machen und den Reigen beginnen, der die Welt in ein neues Gleichgewicht führt. Hierzu müssen sich die Frauen aus dem Schatten herauswagen und die Männer ihnen Glauben schenken.
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2 weeks ago

„Das Jahr neigt sich dem Ende zu.“ Ein Satz, der klingt wie ein ritualisiertes Aufatmen, dabei ist er eher ein Seufzer. Man spricht ihn, weil man ihn jedes Jahr spricht, nicht weil man wirklich spürt, dass etwas abgeschlossen wäre. Denn dieses Jahr hinterlässt nichts, was man guten Gewissens „hinter sich lassen“ könnte. Es klebt. Es haftet. Es bleibt. Jedes Ende verspricht einen neuen Anfang, so sagt man. Doch in diesem Jahr klingt der Satz hohl. Nicht zynisch, nicht falsch, nur leer. Denn ein neuer Anfang setzt voraus, dass man bereit ist, etwas zu verändern. Und genau daran nagt der Zweifel: Möchte man das neue Jahr wirklich wieder so beginnen, wie das alte aufgehört hat? Mit derselben Sprache, denselben Erklärungen, denselben Zumutungen, die man uns als Notwendigkeiten verkauft hat?
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2 weeks ago

„Don’t worry, be happy“, sang 1988 Bobby McFerrin und brachte damit zum Ausdruck, was sich die meisten Menschen wünschen: glücklich sein zu können, ohne sich über die Probleme des Lebens allzu sehr den Kopf zu zerbrechen, weil im Wesentlichen schon alles stimmt. Zu schön wäre es, sagen zu können, dass all jene, die Angst vor einer dystopischen Zukunft hatten — einer Welt, in der Konzerne die Politiker steuern, endlose Kriege fördern und mithilfe der Medien heimlich die öffentliche Meinung manipulieren —, falsch lagen und dass diese düsteren Visionen glücklicherweise nie Wirklichkeit wurden.
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2 weeks ago

Weihnachten gilt als die Zeit des Schenkens. Gemeinhin gehen wir dafür einkaufen. Vom Weihnachtsgeschäft leben ganze Industriezweige. Ganz leicht ist es, oft mit einem Klick bestellt. Schwieriger ist die Frage, was wir denn eigentlich zu geben haben. Womit können wir anderen helfen und der Gemeinschaft dienen? Es ist kein Aufruf zur Bastelstunde, sondern die zentrale Frage, die sich jeder zu stellen hat, wenn nicht das Christkind, sondern der unausweichliche Wandel vor der Tür steht.
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3 weeks ago

An einem Spätsommertag in Brüssel überreicht ein Notar dem Kriminalinspektor Marcel Vermeylen einen Brief des Journalisten Trevor Chesterfield, nachdem dieser unter rätselhaften Umständen ums Leben gekommen ist. Es stellt sich heraus, dass Chesterfield zahlreiche Mitglieder des Brüsseler Establishments mit ihren dunklen Geheimnissen erpresst hatte. Marcels Vorgesetzter hat wenig Lust, sich die Finger an den „Spicy Files“ zu verbrennen, und will den Fall an den Staatsschutz abgeben, doch der eigensinnige Polizist ermittelt auch ohne Erlaubnis von oben und wagt sich in den Brüsseler Sumpf aus Eitelkeit und Vertuschung. Eine Rezension.
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3 weeks ago

Das dünne Tuch zwischen Realität und KI-generierten Inhalten wird immer rissiger. Schon heute fällt es selbst Menschen mit geschulten Sinnen schwer, zwischen Wirklichkeit und Fake zu unterscheiden. Dabei steckt die künstliche Intelligenz noch in ihren Kinderschuhen. Wohin wird diese Entwicklung also führen? Die Frage zielt nicht auf eine ferne Zukunft ab, sondern bereits auf die kommenden Monate. Die Weiterentwicklung der Rechenleistung, Emulationsfähigkeit und der damit einhergehenden Tools vollzieht sich nämlich in schwindelerregender Geschwindigkeit. Nur wenigen Zeitgenossen gelingt es, mit den sich fast täglich ereignenden Fortschritten Schritt zu halten, bei alledem mitzukommen. Der KI-Künstler „Snickers für Linkshänder“, kurz Snicklink, ist einer der wenigen. Mit Anbruch des Jahres 2023, als die KI in Gestalt massentauglicher Tools unter die Menschen kam, verstand es Snicklink von Anfang an, eigenmächtig auf die AI aufzusatteln. Die Tools, die von den weniger wohlmeinenden Big-Tech-Konglomeraten entwickelt wurden – was allzu schnell und allzu gerne vergessen und verdrängt wird, – nutzt Snicklink seither, um die Medien- und Propaganda-Matrix mit allen erdenklichen „Glitches“ in kreativster und subversiver Weise zu „disrupten“. Im Manova-Gespräch mit dem Musikproduzenten B-LASH skizziert Willy Kramer, so sein bürgerlicher Name, die zweischneidige Doppelnatur der Künstlichen Intelligenz, die seiner Sicht nach in Abhängigkeit von dem menschlichen KI-Nutzer beides in sich birgt: Licht und Schatten. Die beiden Berliner Künstler lassen es in diesem besonderen Talk nicht bei der grauen Theorie bewenden, sondern demonstrieren in der Praxis die schon heute schrankenlosen Möglichkeiten, die die KI dem Menschen bietet, seine Kreativität auszuleben.
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3 weeks ago

Sami Awad trat nicht aus dem Christentum aus, um Jesus den Rücken zu kehren — er trat aus, um ihn zu finden. Er wurde in eine christliche Familie hineingeboren und in der evangelikalen Tradition erzogen. Jesus war für ihn nicht nur eine entfernte religiöse Figur, sondern sein persönlicher Erlöser und das Fundament seiner moralischen, spirituellen und politischen Überzeugungen. Das Christentum prägte alles: seine Sichtweise auf die Welt und sein Handeln in ihr. Es war sein moralischer Kompass und Leitfaden für den Umgang mit anderen Menschen. Doch je mehr er sich in die Evangelien vertiefte, desto stärker spürte er eine tiefe Kluft zwischen dem Jesus, über den er las, und dem, den er zu verehren gelernt hatte.
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3 weeks ago

Es gibt Menschen, die schreiben zu Weihnachten Einkaufslisten, damit sie im Konsumrausch nicht vergessen, ob sie jetzt die vegane Bio-Hafermilch mit dem Nachhaltigkeitssiegel kaufen sollen oder doch die normale, weil der Kontostand sich neuerdings realistischer anhört als die Versprechen der Bundesregierung. Andere schreiben Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Wieder andere kaufen einfach alles selbst, weil sie begriffen haben, dass es heutzutage gleich viel bringt, an den Weihnachtsmann zu glauben wie an politische Verantwortungsbereitschaft. Der Autor dieses Artikels hingegen hat sich ein eigenes Ritual geschaffen. Seit fünf Jahren — in einer Welt, die mit jedem Kalenderblatt mehr aus den Fugen zu geraten scheint — setzt er sich hin, atmet tief durch und schreibt eine Wunschliste. Keine materielle, keine mit Preisen, keine mit Amazon-Links. Sondern eine Wunschliste an die Urkraft, an das Universum, an den letzten Funken Hoffnung, der dem Menschen bleibt, wenn sämtliche Nachrichtenportale wieder einmal bewiesen haben, dass Empörung eine unerschöpfliche Energiequelle ist. Eine Wunschliste, die leise beginnt, aber am Ende doch schreit. Eine Wunschliste, die nicht nach Dingen ruft, sondern nach Zuständen. Eine Wunschliste, die so altmodisch ist wie Frieden und so revolutionär wie Gerechtigkeit.
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3 weeks ago

„Europa hat die Verbindung zur eigenen Identität getrennt, Europa hat den eigenen Geist verraten.“ Der russische Philosoph Alexander Dugin versteht sich als Weckrufer — nicht nur für sein eigenes Volk. Russland solle zwar nicht die ganze Welt beherrschen, jedoch zu alter Größe zurückkehren, was den Anschluss der Ukraine miteinbeziehe. Dugin will Europa nach eigenen Angaben nicht bedrohen, sondern ihm nachbarschaftlich-jovial auf die Beine helfen. Jedes Land, jeder Kulturkreis solle zunächst zu sich selbst finden und geistige wie politische Fremdherrschaft abschütteln. Dies läuft auf sortenreine Kulturen hinaus, die sich jede Einmischung und Vermischung mit Fremdem verbitten. Der Westen sei nur eine von vielen Kulturen und solle jeden Anspruch aufgeben, anderen Weltgegenden seine Moralvorstellungen aufzuzwingen. „Der Liberalismus“ — das ist für Alexander Dugin eine Mischung aus Hyperindividualismus, Dekadenz und Laisser-faire. Dugin geißelt den Materialismus und den Verlust religiöser Bindungen und fordert die große Abwehrschlacht nichtwestlicher Nationen gegen eine toxische Mischung aus Schwulenparaden, Masseneinwanderung und Cyborg-Technologie. Teilweise wirken seine Ausführungen wie in den alternativen Medien übliche Binsenweisheiten; vielfach erscheinen sie durch krude Wortwahl verstörend reaktionär. Kritiker monieren, der Philosoph habe für die Zukunft kaum andere Rezepte als die Wiederbelebung von ein paar schlechten Ideen der Vergangenheit: nationale Großmannssucht vermählt mit Homophobie und einer Prise Bolschewismus. Die Frage, die viele westliche Medien im Zusammenhang mit Alexander Dugin beschäftigt, ist aber vor allem diese: Wie groß ist sein Einfluss auf Wladimir Putin? Haben wir in der Beschäftigung mit dem Vordenker auch den Schlüssel zu „Putins Gehirn“ in unseren Händen?
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3 weeks ago

„Freiheit, Freiheit über alles“ könnte man das Motto der Frauenbewegung formulieren. Also natürlich nicht die Freiheit, Kinder zu bekommen und sich auch um diese zu kümmern — nein, bloß nicht, denn das wäre das völlig falsche Frei. Das richtige Frei ist, nur an den eigenen Geldbeutel und die eigene Karriere zu denken. Kompromisslos und ohne einen Gedanken an den Rest der Menschheit oder die eigenen Gefühle. Das macht zwar vermutlich nicht glücklich, aber immerhin nicht arm. Dazu passt die Forderung, Abtreibung rechtlich einem Gang zum Friseur gleichzustellen. Die Autorin legt in diesem Artikel dar, dass eine Bagatellisierung des Abbruchs auch Frauen viel mehr schaden würde, als sie ihnen nutzt.
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3 weeks ago

Die grauen Herren sind auf dem Siegeszug! Die Gestalten aus Michael Endes „Momo“, die den Menschen Zeit, Lebensfreude und letztlich ihre Seele rauben, finden offenkundig ihren Ausdruck in der modernen Architektur — und das fast weltweit. In nahezu jeder Stadt macht sich die Würfel-Wüste breit. Allerorts sprießen neue Siedlungen aus dem Boden, bestehend aus weltweit gleich aussehenden, aalglatten, seelenlosen, ahistorischen und wahrlich hässlichen Quadern. Es ist eine Architektur, die mit ihrer Monotonie global Stadtbilder verpestet. Das zeigt sich im Falle Europas in aller Deutlichkeit, wagt man den Vorher-Nachher-Abgleich mit historischem Bildmaterial. Wo insbesondere in Vorkriegszeiten noch schön verzierte, facettenreiche und detailverliebte Gebäude thronten, wuchern heute im Stadtbild wie bösartige Geschwüre graue Kästen im globalistisch genormten Einheitsstil. Wo hat diese systematische Verödung ihren architektonischen, geistigen, seelischen und ideologischen Ursprung? Warum scheinen sich so wenige Menschen daran zu stören? Selbst dann nicht, wenn sie in genau diesen Häusern leben müssen — oder es sogar freiwillig vorziehen, dort zu leben? Die vorliegende Serie geht diesen Fragen nach. In Essays — sowie in Interviews mit Architekten, Stadtplanern und Visionären — sollen nicht nur die Probleme skizziert, sondern auch wirkliche Lösungen und lebenswürdige Alternativen aufgezeigt werden. Die Frage nach der Rettung der Architektur und der Stadtgestaltung ist dabei alles andere als eine First-World-Problem-Befindlichkeit. Der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich brachte es einmal trefflich auf den Punkt, als er bereits 1965 schrieb: „Der Mensch wird so, wie die Stadt ihn macht, und umgekehrt; mit fortschreitender Urbanisierung trifft das auf immer mehr Menschen zu.“ Werden also die Häuser immer unpersönlicher, charakterloser und flacher, dann färbt das zwangsläufig früher oder später auf den Menschen ab. Insofern sind diese Fragen und die darauf zu suchenden Antworten von einer existenziellen Tragweite. Die ersten drei im Oktober veröffentlichten Teile bildeten den Auftakt dieser Reihe und skizzierten in allen Einzelheiten die tiefgreifende Problematik und Dramatik der Stadtverödung sowie die irreführenden Lösungswege. Fortan möchte diese Reihe den Fokus auf realistische Visionen setzen, auf wahrhaftige Lösungsansätze sowie Wegweiser in eine Zukunft, die architektonisch zum Wahren, Guten und Schönen zurückkehren. Bevor sich diese Serie ab Teil 5 zu einer Interviewreihe wandelt, soll an dieser Stelle eine kurze Bilanz gezogen werden, denn seit den ersten drei Auftaktteilen hat sich einiges getan. Die Aufregung rund um das neue Reizwort „Stadtbild“ hat gezeigt, dass in einer Vielzahl von Menschen das Bedürfnis nach einer Rückverschönerung des urbanen Raums schlummert. Jedoch richtete sich das Augenmerk oft auf die falsche Ursache.
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3 weeks ago

Das Jahr 2025 war durch eine außergewöhnlich hohe Ereignisdichte gekennzeichnet. Was sich zu Jahresbeginn ereignete, fühlte sich im Dezember an, als sei es bereits vor Jahren geschehen. Die Geschehnisse einzuordnen, geschweige denn, sich an alle zu erinnern — das schafften Beobachter des Zeitgeschehens kaum noch. Walter van Rossum versucht es mit seinen Gästen trotzdem.
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3 weeks ago

Südostasien wird zum Pulverfass. Während Europa mit sich selbst beschäftigt ist, formiert sich im Indopazifik ein militärischer Aufmarsch, der die Weltordnung neu formiert. Im Zentrum: Thailand — ein Land, das sich jahrzehntelang erfolgreich zwischen den Fronten bewegte und nun Gefahr läuft, genau dort zerrieben zu werden. AUKUS, die Straße von Malakka, Taiwan als Katalysator — drei Faktoren, die Bangkok vor eine existenzielle Wahl stellen: Will das Land Spielmacher oder Spielball sein? Eine Analyse über Infrastrukturmacht, strategische Ambiguität und das Ende der Neutralität.
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3 weeks ago

Für den Krieg gegen Vietnam benutzte die US-Regierung einen inszenierten Vorwand, um die französische Kolonialmacht abzulösen und Millionen von Menschen abzuschlachten, um sie vor dem „Kommunismus“ zu schützen. Jetzt will die US-Administration unter dem Paten Donald Trump doch tatsächlich den Kampf gegen Drogen aufnehmen, nicht zu Hause, sondern in Venezuela. Diese Politik hat jedoch nichts mit Drogen zu tun, dafür umso mehr mit einem südamerikanischen Land, das nicht nach der US-Pfeife tanzt. Um die Maduro-Regierung zur „freiwilligen“ Aufgabe zu zwingen, mordet man an der Küste Venezuelas und hat zwischenzeitlich über 70 Menschen getötet, die sich in Booten befanden, die man als „Drogenschiffe“ deklarierte. Dass all das Kriegsverbrechen sind, juckt den Paten Trump nicht. Denn er hat nach wie vor Verbündete in Europa und in der EU. Sie räuspern sich zu diesen kriegerischen Akten und winken sie durch.
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3 weeks ago

Der öffentlich-rechtliche Sender 3sat hat am 10. Dezember 2025 alle fünf Teile einer TV-Dokumentation über den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin von 2016 ausgestrahlt. Bei der Tat, die sich am 19. Dezember zum neunten Mal jährt, starben zwölf Menschen unmittelbar, ein dreizehnter Jahre später; Dutzende weitere wurden verletzt und traumatisiert. Die Dokumentation, die den zahlreichen offenen Fragen des Ereignisses nachgehen und das offizielle Narrativ infrage stellen wollte, endete stattdessen mit einer Unterordnung unter ebendieses Narrativ. Demnach soll der Tunesier Anis Amri der alleinige und spontan handelnde Attentäter gewesen sein. Das macht diesen Artikel notwendig.
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3 weeks ago

In einem schwebenden Gang unter und über Wolken zieht Dirk C. Fleck die gängigen Bedeutungen von den Dingen ab und verschiebt sie dahin, wo sie uns gänzlich anders berühren: als Seelenblasen, als Augenblicke, als Erinnerungen fernab des Objektiven, von Zahlen und Tabellen. Ein Adventstext, ein Text zum Ankommen.
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3 weeks ago

Der Krieg ist zurück in Europa, und die Herrschenden wollen ihn sogar noch ausweiten. Bis 2029 müssten wir kriegstüchtig sein, so lässt man es immer wieder verlautbaren, und so werden schon einmal die finanziellen und industriellen Grundlagen für einen großen Krieg gegen Russland gelegt. Größtes Hindernis ist dabei die Neigung zum Frieden der meisten EU-Bürger. Diese sei, so wird uns wiederholt erklärt, nicht natürlich, da der Frieden eine historische Anomalie sei, an die wir uns nur zu sehr gewöhnt hätten. Krieg sei das bestimmende Merkmal der Geschichte, und wir als EU-Bürger müssten uns von unserer Illusion des Friedens verabschieden. Doch die Forschung legt nahe, dass nicht der Krieg, sondern der Frieden der Naturzustand des Menschen ist, von dem wir uns nur allzu sehr entfernt haben — aufgrund von Hierarchien und Angst.
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3 weeks ago

Deutschland ist zum Schwerpunktland für ausländische Unternehmensübernahmen geworden — der Mittelstand steht unter Druck wie seit zehn Jahren nicht. Die Insolvenzzahlen gehen durch die Decke. Die gute Nachricht ist: Es gibt einen Weg zwischen Insolvenz und Investorenverkauf. Regionale Vernetzung, gemeinschaftliche Infrastruktur und innovative Finanzinstrumente machen Mittelständler krisenfest.
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3 weeks ago

Der erste Kontakt zwischen Bewerbern und Unternehmen findet heute oft nicht mehr zwischen Menschen statt, sondern zwischen Datensätzen. Lebensläufe werden hochgeladen, automatisch analysiert, verglichen, sortiert. Wer dabei aussortiert wird, erfährt davon meist nur indirekt, als Standardabsage oder gar nicht. Kein Gespräch, keine Nachfrage, kein Mensch. Was Unternehmen als Effizienzgewinn verkaufen, ist für Bewerber ein Kontrollverlust. Denn die Entscheidung, ob ein Mensch überhaupt eine Chance bekommt, liegt zunehmend bei Systemen, deren Funktionsweise niemand offenlegt und für deren Fehler niemand verantwortlich sein will.
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3 weeks ago

Von Kindheit an wird Kubanern gesagt, dass alles, was gegen die „Revolution“ verstößt, gegen sie und ihre Zukunft gerichtet ist und daher bekämpft werden muss. Nicht einmal in den eigenen vier Wänden können sie widersprechen, denn — und das ist ein sehr kubanischer Ausdruck — „es gibt immer ein Auge, das dich sieht“. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion liegt das Land am Boden, und die Bevölkerung vegetiert ohne Perspektiven vor sich hin. Langeweile, Verzweiflung, Wut, Hunger und Angst veranlassen die Kubaner auf der ganzen Insel immer wieder, auf die Straße zu gehen. In den Schulen wird dies nicht gelehrt. Auf den Straßen wird darüber nicht gesprochen. Erinnerung ist eine zu mächtige Waffe, und deshalb wird sie in Kuba ausgelöscht. Die junge Journalistin Anyí Romera schreibt über ihre Lebensrealität im heutigen Kuba und zeigt, dass sich das Leben selbst nicht auslöschen lässt.
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3 weeks ago

Die Älteren von uns erinnern sich noch: Professor Bernhard Grzimek und seine possierlichen Tiere, die im Studio herumkrabbelten. Für viele war das — wie für den Autor — ein Stück ihrer Jugend. Die Menschen liebten Professor Grzimek und verschafften ihm zur besten Sendezeit beachtliche Quoten. Nach Ansicht vieler steht „Ein Platz für Tiere“ für eine menschlichere Fernsehkultur der guten alten Zeit: mit knorrigen, jedoch warmherzigen Charakteren und handgemachten Inhalten ohne Technik-Schnickschnack. Aber es erhob sich schon früh Kritik gegen das Sendekonzept. Hätte man die Tiere nicht lieber in Ruhe und in ihrer natürlichen Umgebung lassen sollen? Und riefen Grzimeks telegene Safaris nicht zu viele „Nachahmungstäter“ auf den Plan, die damals den Lebensraum der Afrikaner überschwemmten? Exklusivauszug aus „Bakterienstraße 51: Ein vergnüglicher Anekdotenreigen“.
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3 weeks ago

Aktuell sorgt der CDU-Gesundheitspolitiker Prof. Dr. med. Hendrik Streeck mit seiner Forderung nach einem Paradigmenwechsel bei der Behandlung Älterer (1) für eine Welle der Empörung. Ihm wird die Absicht unterstellt, an den Alten sparen zu wollen. In Wahrheit spricht Streeck davon, den Alten medizinische Überversorgung und unsinnige Quälerei ersparen zu wollen. Die Pflegeethik-Initiative Deutschland e. V. stimmt darin mit ihm überein. Denn auch aus ihrer Sicht hat die Medizin ihren Kompass für das, was menschlich vertretbar ist, verloren. Was den Alten am Lebensende medizinisch zugemutet wird, verbessert selten deren Gesundheit oder Lebensqualität. Allzu oft werden dadurch Leiden und Pflegeabhängigkeit erzeugt, verstärkt oder in die Länge gezogen. Stellt sich dann eine akute Lebensbedrohung ein, versucht die Intensivmedizin, das Sterben aufzuhalten. Man bedenke: 60 Prozent der über 80-Jährigen sterben auf Intensivstationen. Und dies, obwohl inzwischen fast jeder alte Mensch in einer Patientenverfügung erklärt hat, dass er in „aussichtsloser Lage“ keine lebensverlängernden Maßnahmen wünscht. Es ist höchste Zeit, über die Sterbekultur in Deutschland neu nachzudenken.
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3 weeks ago

„Audiatur et altera pars“ heißt ein alter Rechtsgrundsatz. „Auch die andere Seite sollte gehört werden.“ Das Gegenteil davon praktiziert die deutsche Mainstream-Presse mit Blick auf den Konflikt zwischen Deutschland und Russland. Gehört werden nur immer dieselben Meinungen von immer denselben Sprechern, welche die Politik Wladimir Putins meist als gefährliche Bedrohung für den Westen, die Ukrainer dagegen als schützenswerte Opfer mit weißer Weste darstellen. So viel auch über die russische Führung geredet wird — ihr spricht in Deutschland kaum jemand. Umso erfreulicher ist es, dass der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, im Gespräch mit Ullrich Mies eine Brücke über aufgewühltes Wasser zu schlagen versucht. Er ordnet die politischen Entscheidungen der russischen Führungen historisch ein und verwahrt sich gegen die Unterstellung, Russland wolle Deutschland und Europa bedrohen. mit
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3 weeks ago

In den letzten zwei Jahren erlebten wir ein katastrophales Versagen westlicher Journalisten bei der Berichterstattung über den zweifellos stattfindenden Völkermord in Gaza. Dies ist bis heute selbst nach den ohnehin schon miserablen Maßstäben unseres Berufsstandes ein Tiefpunkt und darüber hinaus ein weiterer Grund für das anhaltende und wachsende Misstrauen unserer Zielgruppen uns gegenüber. Dieses Versagen begann nicht am 7. Oktober 2023. Es deutete sich schon weit vorher an. Hier ist der Grund dafür, dass Journalisten Ihnen nicht die Wahrheit über Palästina berichten. Dieser Artikel ist die bearbeitete Version eines Vortrags, den der Autor bei der von der organisierten Veranstaltung „Reporting Gaza: Work, Life and Death“ — „Berichterstattung zu Gaza: Arbeit, Leben und Tod“ — am 10. November 2025 im in Cardiff gehalten hat. South Wales National Union of Journalists Temple of Peace
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3 weeks ago

Über Frieden geredet wird viel. Doch wie macht man ihn? In einem frisch erschienenen Sammelband wurden Inspirationen jener Menschen zusammengetragen, die in den vergangenen Jahren eine Gegenbewegung erschaffen haben, die nicht mit den Wölfen heult. Diese Autorinnen und Autoren wissen, dass Frieden Arbeit bedeutet. Frieden ist nicht das Ziel, sondern der Weg. Jeden Tag wird uns von Neuem der Auftrag gegeben, Frieden zu schaffen. Hundert Stimmen vereinen sich zu einem Chor, der weithin erklingt und denen Impulse gibt, die noch nach Orientierung suchen in einer von Angst und Konflikten zerrütteten Welt.
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3 weeks ago

Der Vater, der Sohn, der Heilige Geist. Fällt Ihnen was auf? Die christliche Religion ist männerdominiert. Dies zeigt sich auch in der Advents- und Weihnachtszeit. Maria spielt zwar im Weihnachtsgeschehen eine wichtige Rolle, jedoch eher als das „Gefäß“ dessen, um den es eigentlich geht: Jesus. Maria kriegt quasi den Preis für die beste weibliche Nebenrolle: „Maria und Josef betrachten es froh.“ Anders ist die Gewichtung in der Volksfrömmigkeit vieler Weltgegenden. Die „Muttergottes“ ist für viele Gläubige die Königin der Herzen und kaum weniger präsent als ihr Sohn. In Mexiko gibt es eine besonders reiche Tradition der Marienverehrung. Am 12. Dezember feierten viel Einwohner das Erscheinen der „Virgen de Guadalupe“ im Jahr 1531, was mit Straßenfesten und Pilgerfahrten prunkvoll begangen wird. Ein interessanter Aspekt ist dabei die Tatsache, dass die Verehrung göttlicher Personen weiblichen Geschlechts nicht mit Maria ihren Anfang nahm. Die vorchristliche Kultur der Maya kannte zum Beispiel die Verehrung der Fruchtbarkeitsgöttin Tonantzin. Wurden deren Attribute teilweise nur auf Maria übertragen? Jedenfalls zeugt die andauernde Beliebtheit des Kults von der tiefen Sehnsucht vieler Menschen nach der weiblichen Seite der Spiritualität.
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3 weeks ago
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